Kärnten hat es wieder einmal geschafft und ist in allen bundesweiten Medien präsent. Nicht mit innovativen Produkten oder der traumhaften Tourismuslandschaft, dafür durch eine besonders intelligente Aussage des Bildungslandesrates. Und in diesem Fall empfinde ich sie als wirklich ausbaufähig. Weil es ist ja „für den Bürger teilweise sehr, sehr schwierig“ die unreflektierten und nur auf den eigenen Erfolg abzielenden Aktivitäten so mancher Politiker zu verkraften. Daher empfände ich es als „sinnvoll und gut“, die kleine Tetschn für Politiker auf einer breiten Basis wieder einzuführen. Einer diffamiert die Justiz als unfähig und bedroht Richter? Tetschn! Verteilt Geldgeschenke, anstatt in sinnvolle und nachhaltige Projekte für das Land zu investieren? Tetschn! Es fehlt komplett an politischem Anstand und Kultur? Tetschn! Jemand versendet im Wahlkampf große Werbebroschüren auf Kosten von Landesgesellschaften? Tetschn! Verteilt Aufträge und kassiert gleichzeitig Provisionen für die Parteikasse? Tetschn! Vielleicht ist ja sogar eine große Tetschn machbar, für jene, die sich persönlich bereichern und parteipolitische Vorteile gegenüber dem Land und seinen Bürgern in den Vordergrund stellen. Doch halt, ich kann einfach nicht gegen meine persönlichen Überzeugungen agieren. Körperliche Gewalt ist nie eine Lösung!
JA zur kleinen Tetschn
Veröffentlicht 16. Mai 2012 Politik 3 KommentareSchlagworte: connect, Geldgeschenke, Richter, Scheuch, Tetschn
Arbeitszeitverkürzung und der warme Eislutscher
Veröffentlicht 3. Mai 2012 Politik , WB , Wirtschaft Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: 40-h-Woche, Arbeitszeit, ÖGB, Banken, Klassenkampf, Sozialpartner, Steuergeld, warme Eislutscher
Ich schätze den ÖGB. Er ist ein essentieller Bestandteil der Sozialpartnerschaft, deren ungewöhnliche Kombination aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern Österreich viele Jahrzehnte gesellschaftlichen Friedens und wirtschaftlicher Prosperität geschenkt haben – eine Leistung, um die uns viele europäische Staaten beneiden und die wir selbst im Begriffe sind, zunichte zu machen.
Nachdem nun zum wiederholten Mal europäische und heimische Banken von der Politik mit unserem Steuergeld gerettet wurden – was, nebenbei gesagt, die Arbeitnehmer zu recht so verärgert, wie es den allermeisten Unternehmern die Zornesröte ins Gesicht treibt -, werden aber nun bereits vergessen geglaubte klassenkämpferische Töne laut. Eine Verkürzung der Arbeitszeit (selbstverständlich bei gleichbleibenden Einkommen), meinen die Gewerkschaften, wäre das probate Mittel zur Bekämpfung der Wirtschafts- und Schuldenkrise.
Wenn Sie mit Ihrer Familie also in eine finanziell schwierige Lage geraten würden, hohe Kredite zu tragen hätten, große Investitionen vor sich: Wäre es dann klug, sich entspannt zurückzulehnen und ein wenig kürzer zu treten? Oder wäre es nicht vielleicht ebenso einleuchtend wie bewährt, die Ärmel hochzukrempeln und damit anzufangen, die Probleme beiseite zu schaufeln?
Na also, liebe Gewerkschafter, geht doch. Alles andere ist der gefährliche Traum vom warmen Eislutscher. Österreich ist ein sehr stark exportorientiertes und dabei auch noch extrem erfolgreiches Land. Wir müssen also unsere Wettbewerbsfähigkeit im Auge haben, und das gilt für die Qualität unserer Exportprodukte ebenso wie für ihren Preis. Unseren Hochsteuer- und Wohlfahrtsstaat können wir uns nur leisten, wenn die Betriebe brummen und die Steuern fließen, sonst sind wir angesichts unserer Schuldenberge ganz schnell auf dem Niveau, das Spanien und Italien soeben kennenlernen. Und deshalb sollten wir nicht 38,5 Wochenstunden arbeiten und schon gar nicht 35, sondern alle 40 Stunden. Das ist für viele auch jetzt Realität und tut auch nicht weh.
Soziale Gerechtigkeit? Bitte auch für Unternehmer!
Veröffentlicht 19. April 2012 Gesundheit , WB , Wirtschaft Hinterlasse einen KommentarSchlagworte: Krankenstand, Mountainbiking, Selbstbehalt, soziale Gerechtigkeit, Sportunfall
Geradezu überschlagen haben sich Österreichs Medien in der empörten Ablehnung der Wirtschaftsbund-Forderung, den ersten Krankenstandstag möge bitte der betroffene Arbeitnehmer selbst bezahlen. Von den restlichen 29 Arbeitstagen, an denen der Arbeitgeber selbstverständlich das volle Einkommen seines erkrankten Mitarbeiters fortzahlt, war gar nicht die Rede.Viele der Kärntner Unternehmer haben im Laufe der Jahre unzählige Menschen beschäftigt, Wertschöpfung erwirtschaftet und Steuern bezahlt. Wenn sie krank werden und nicht arbeiten können, verdienen sie gar nichts. Müssen sie zum Arzt, bezahlen sie 20 Prozent Selbstbehalt.
Noch krasser ist die ungerechtfertigte Belastung der Unternehmen bei den Freizeitunfällen: War dieses Problem in der Vergangenheit noch überschaubar, ist die Zahl der Krankenstände nach Unfällen beim Sport in jüngster zeit geradezu explodiert. Kein Wunder, nutzen doch viele Menschen ihre Freizeit zu sportlichen Aktivitäten, was durchaus zu begrüßen ist. Warum aber der Arbeitgeber sechs Wochen lang zur Kasse gebeten wird, wenn sich sein Mitarbeiter beim Bergsteigen, Mountainbiking, Gleitschirmfliegen oder Motorradfahren verletzt, ist nicht einzusehen. Deshalb sind wir Unternehmer für einen Selbstbehalt: Er hat nicht nur eine lenkende Wirkung, sondern ist auch ein Finanzierungsbeitrag für die notorisch defizitären Krankenkassen. Und er wäre ein Beitrag zu mehr Fairness und sozialer Gerechtigkeit, ausnahmsweise für Unternehmer, die in diesem Land den Karren ziehen!
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